Text: Anne-Christin Backes

Die Architektenkammer (AKS) und die Ingenieurkammer des Saarlandes arbeiten weiter an der Umsetzung der Beschlüsse aus der gemeinsamen Vorstandssitzung, um die Arbeitsbedingungen für Architekten und Ingenieure im Land zu verbessern.

Im Juli wandten sich die Kammern in einem gemeinsamen Schreiben an Minister Peter Strobel und Minister Klaus Bouillon und forderten die Einführung einer Bagatellgrenze für Vergabeverfahren von freiberuflichen Leistungen unterhalb des EU-Schwellenwertes.

Auf die Einholung von Vergleichsangeboten soll bis zu einem Auftragswert in Höhe von 25.000 Euro netto verzichtet und der Auftrag direkt vergeben werden können, sofern sich der Auftraggeber die erforderlichen Marktkenntnisse auf andere Weise zuverlässig verschafft. Eine ähnliche Regelung findet sich auch in anderen Bundesländern.

„Die Einholung von Vergleichsangeboten unterhalb dieser Grenze ist sowohl für den Auftraggeber als auch die Bewerber unwirtschaftlich“, so die Präsidenten der beiden Kammern. Die Vergabe freiberuflicher Leistungen wird erheblich gehemmt. Der auf beiden Seiten verursachte Aufwand steht in einem klaren Missverhältnis zu dem Wert der Leistung.

Kurze Wege – schlanke Verfahren: auch das Verfahren würde durch die Einführung einer Bagatellgrenze verschlankt. Um den Grundsätzen der Nichtdiskriminierung, Gleichbehandlung und Transparenz zu entsprechen, sollen die Aufträge gestreut werden, beispielswiese durch Rotation der Auftragnehmer und ein Vier-Augen-Prinzip auf Seiten des Auftraggebers bei der Auftragserteilung.