Die europäische Energy Performance of Buildings Directive hat 2010 das Ziel der „Nahezu-Null-Energiegebäude“ für das Jahr 2021 festgelegt. Die EU hat dabei jedoch nicht bestimmt, wie diese Gebäude aussehen oder sogar zu berechnen sind. Jedes Land der EU ist selbst verantwortlich, für sich diesen zukünftigen Standard zu definieren. Die Diskussion um das richtige Maß geht aktuell mit den verstärkten neuen Energie-Standards für zukunftsfähige Gebäude einher. So hat z. B. die KfW mit dem Standard KfW-Effizienzhaus 40 Plus in der Praxis einen neuen Reiz gesetzt. Passivhäuser sind mittlerweile in die Kategorien Classic, Plus und Premium unterteilt. Es gibt Sonnenhäuser und Sonnenhäuser Plus. Der aktivPlus e.V. hat einen eigenen Standard entwickelt. Und der Bund forciert nach der Definition des Effizienzhauses Plus im Wohnungsbau nun seinen neuen Standard auch für Bildungsbauten. Der hohe Anspruch aller neuen Standards, lokal Energie zu erzeugen und zu nutzen, hat jedoch Konsequenzen für die Planung. Besonders weitreichend sind diese, wenn sogar eine positive Energiebilanz entstehen soll. Aber eignet sich ein Projekt tatsächlich für die Umsetzung eines spezifischen Standards. Zunächst werden dazu die Berechnungsgrundlagen für die Bilanzierung nach den unterschiedlichen Standards beleuchtet und die dahinterliegenden Ziele offengelegt. Beispielhaft werden energetische Konzepte gezeigt, die sich zur Umsetzung im jeweiligen Standard eignen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Umsetzung von technologisch wie gestalterisch anspruchsvollen Gebäudehüllen gelegt. Darüber hinaus wird der Planungs- und Bauprozess eines Effizienzhaus Plus, dass auch in der Pilotphase des aktivPlus e.V. teilgenommen hat, vorgestellt. Dabei werden die zentralen Planungsentscheidungen beleuchtet, Lösungsansätze bei spezifischen Fragestellungen aufgezeigt und mögliche alternative Vorgehen bei der Wahl eines anderen Standards besprochen.

Seminarinhalte: neue energetische Standards (KfW, Passivhaus, Sonnenhaus, Effizienzhaus Plus, aktivPlus) und ihre jeweilige Zielrichtung I Energiestandards und technologische Konzepte I Gestaltung solaraktiver Fassaden I Praxisbeispiel Effizienzhaus Plus im Nichtwohnungsbau mit Hinweisen zu planerischen Abläufen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung I Abgleich von Planungsentscheidungen am Beispiel bei der Anwendung alternativer Standards

 

 

 

Referent: 
Architekt Dipl.-Ing. Martin Zeumer, ee-concept, Darmstadt
Termin: 
14/11/2017 - 09:00 bis 16:00
Anmeldeschluss: 
30/10/2017
Ort: 
Akademie der AKS
Neumarkt 11
66117  Saarbrücken
Deutschland
Fortbildungspunkte: 
8
Gebühr: 
110,– EUR

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