Die Stiftung Baukultur Saar widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema "Baukulturelle Identität" und möchte durch vielfältige Aktivitäten eine breite Akzeptanz für diese wichtige Zukunftsaufgabe erreichen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wahrnehmung für bauliche und städtebauliche Qualitäten zu schärfen.

Die Herausforderung der Zukunft wird weniger im Neubau liegen als vielmehr im Um- und Weiterbau. Wir wollen daher anregen, im alltäglichen baulichen Umfeld, in den Stadtteilen und Quartieren, in Stadtzentren, Gemeindemittelpunkten, bei öffentlichen Gebäuden genauer hinzusehen, Schönes und Gelungenes zu entdecken, bauliche "Sünden" und Fehlentwicklungen zu erkennen und über Verbesserungen nachzudenken. Orte und Stadtteile sind - wie überall so auch im Saarland - in ihrer Struktur und Ästhetik gewachsen, bilden die Geschichte, Stärken und auch Fehlentwicklungen dieser Region ab und müssen in dieser sozialen und ökonomischen Historie verstanden werden.

Das bedeutet aber nicht, dass nichts geändert werden darf: Vieles im Bestand kann umgebaut, reduziert, neu genutzt, also verbessert werden. Viel zu häufig haben wir uns an die Ästhetik des Bestehenden gewöhnt, übersehen Hässliches und Misslungenes, lassen weitere Verschlimmerungen zu. Es bedarf zuweilen nur einer kleinen Anregung – zugegeben: manchmal auch einer großen –, es bedarf eines Anstoßes, des Blickes eines Fremden oder Unbefangenen, um Dinge anders wahrzunehmen und zu verbessern.

Ähnlich einem Vexierbild, das nach leichtem Kippen und durch Neueinstellung der Augen den Hintergrund nach vorne bringt, Vordergründiges verschwinden lässt und Neues sichtbar macht. Neu betrachten, mit einem kleinen Abstand die eigentlich vertrauten Dinge erneut besehen, bereits lang Gewohntes neu auf sich einwirken lassen, den Blick sensibilisieren - darum geht es uns. Um dies anzuregen bietet die Stiftung Baukultur Saar eine fortlaufende Reihe von Veranstaltungen an, um Impulse zu geben und Diskussionen auszulösen.

Architektur und Baukultur ist eine öffentliche Sache und sollte nicht nur einem engeren Fachpublikum ein Anliegen sein – daher wenden wir uns besonders an alle interessierten Bürger und Bürgerinnen, aber auch an kommunale Stadtplaner und Gestalter, an Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften.

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