Keine Krise, sondern Chance: Die Zukunft der regionalen Baukultur im Zeichen der Zuwanderung

Willi Latz

Der demografische Wandel greift im Saarland um sich: Wir werden weniger. Dies mag in den größeren Städten des Landes kaum auffallen, im ländlichen Raum und kleineren Städten hingegen greift er unübersehbar um sich. Kaum ein Ortskern ohne Leerstand, darunter viele Gebäude, ob Bauern- oder Bergmannshaus, die der Region einst ihre Identität gaben. Viele davon sind denkmalgeschützt, und es ist längst gängige Praxis, sie verfallen zu lassen, bis der Abriss des zur Ruine verkommenen Baudenkmals alternativlos scheint.

Rückschau: Vortrag von Professor Harald Welzer am 07.10.2015

Harald Welzer, Foto: Tom Gundelwein

 „Transformationsdesign“ oder  „Weiterbauen am zivilisatorischen Modell“. Beides verknüpft sich mit Professor Dr. Harald Welzer, der auf Einladung der Stiftung Baukultur Saar zum Vortrag gekommen war. „Transformationsdesign“ ist das Fach, das der Soziologe und Sozialpsychologe an den Universitäten Flensburg und St. Gallen lehrt. Klingt theoretisch, ist es aber nicht, da der medienerfahrene Harald Welzer seine vermeintlich sperrige Botschaft eloquent und gut verständlich zu vermitteln versteht.

Rückschau: Ortsgespräch mit Peter Michael Lupp im Jagdschloss Karlsbrunn am 23.09.2015

Peter Michael Lupp, Foto: Lu/AKS

Schandfleck oder Kunstwerk? Es kommt auf die Wahrnehmung und das Wissen an, ob ein altes Bauernhaus Ausdruck regionaler Identität oder ein Hindernis der Gegenwart ist. Für Peter Michael Lupp, beim Regionalverband Saarbrücken zuständig für Regionalentwicklung, ist das keine Frage: Ein Gebäude, zumal eines aus den vergangenen Jahrhunderten, ist ein gebautes Zeugnis regionaler Identität, was die handwerklichen Details betrifft und dabei bisweilen ein Kunstwerk, aber in jedem Fall ein Bauwerk, das die Geschichte und Tradition der Region spiegelt und daher erhalten bleiben muss.

Rückschau: Seminar „Heimat im Wandel: Schrumpfen gestalten, Orte lebenswert halten“ am 19.09.2015

Annette Spellerberg, Foto: Lu/AKS

Wie bereits im Vorjahr lud die Stiftung Baukultur Saar zum Halbtagesseminar in die Hochschule für Technik und Wirtschaft am Waldhausweg. Mehr als 40 Teilnehmer diskutierten im Anschluss an vier Fachvorträge die Frage, wie vom demografischen Wandel erfasste Gemeinden und Städte weiterhin sozial intakt bleiben und welche Chance die aktuelle Zuwanderung von Menschen gerade für eine schrumpfende Gesellschaft bietet: Migration bietet dabei eine Perspektive für die allmählich verödenden Ortskerne und Innenstädte. 

Rückschau: Auf Tradition bauen - Professor Lampugnani am 01.09.2015 bei der Stiftung Baukultur Saar zu Gast

Weiterbauen“, dem Motto, unter das die Stiftung Baukultur Saar in diesem Jahr ihre Vorträge gestellt hat, eignet eine gewisse Mehrdeutigkeit wie auch eine Selbstverständlichkeit: Dass weiterhin gebaut werden muss, liegt für Architekten auf der Hand. Doch bleibt die Frage, wie, vor allem aber, wo es geschieht.

Weiterbauen 2015 – Die aktuellen Aktivitäten der Stiftung Baukultur Saar

Wie kann die regionale Baukultur im Saarland gestärkt und zukunftsfähig weiterentwickelt werden? Diesem Thema widmet sich seit Jahren die Stiftung Baukultur Saar. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten möchte die Stiftung für das Thema sensibilisieren. Denn: Regionale Baukultur ist ein Standortfaktor im besten Sinne, meint Willi Latz, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Baukultur Saar; Baukultur bewirkt, dass sich die Menschen mit ihrem Ort identifizieren.

Gebaute Lebensräume der Zukunft – Vortrag von Reiner Nagel am 07.05.2015

Als „Tour de Force“ durch das Thema „Baukultur“ erwies sich dem Präsidenten der Architektenkammer des Saarlandes, Professor Heiko Lukas, der Vortrag von Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.

„Es lohnt sich“ – Der Workshop hat sich gelohnt

Nach dem Auszug des Kultusministeriums steht die ehemalige Französische Botschaft, rundum gesichert, leer. Die Zukunft ist ungewiss. Bevor eventuell eine kostenträchtige Sanierung als Verwaltungsgebäude beschlossen wird, wollten wir – die Stiftung Baukultur Saar, die Schule für Architektur der HTW, der BDA, die lothringische Architektenvereinigung und der federführende Werkbund – in einem deutsch-französischen Workshop unter dem Motto „Es lohnt sich“ über mögliche andere Nutzungen nachdenken.

Über den angemessenen Umgang mit Architektur – Vortrag von Prof. Jörg Springer

„Angemessen im Besonderen – Weiterbauen“: Was sich hinter diesem kryptisch-subtilen Titel verbirgt, konnte man im Oktober im Rahmen eines Vortrages von Professor Jörg Springer erfahren.

"Blick von außen - über Land gehen"

Foto: AKS

Eine architektonische Entdeckungsreise durch das Saarland  

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