"Bauen im Dorfkern" am 18.10.2012 - eine gelungene Gemeinschaftsveranstaltung

"Bauen im Dorfkern" am 18.10.2012 - eine gelungene Gemeinschaftsveranstaltung

Meldungen, Pressemeldungen, Stiftung Baukultur Saar, Veranstaltungen

Die baukulturelle Identität des Saarlandes und ihre besondere Bedeutung im ländlichen Raum stand im Mittelpunkt einer Gemeinschaftsveranstaltung des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (Agentur ländlicher Raum), der AKS und der Stiftung Baukultur – Saar. Die mit 200 Gästen gefüllte Stadthalle Lebach spiegelte das große Interesse am Thema „Bauen im Dorfkern" wider.

In mehreren Referaten wurden unterschiedliche Herangehensweisen aufgezeigt, mit denen die Entwicklung in den Dorfkernen verbessert werden kann. In seiner Begrüßung zeigte Beigeordneter Dieter Heim die Bevölkerungsentwicklung Lebachs auf: Seit 1989 sei die Einwohnerzahl von 24.000 auf nunmehr ca. 19.000 zurückgegangen.

Ministerin Anke Rehlinger betonte, dass Architekten und Stadtplaner einen wichtigen Beitrag leisten, um die Entwicklung in den Ortskernen positiv zu beeinflussen. Gute und beispielgebende Projekte seien die beste Werbung und machten "Lust auf das Wohnen im Dorfkern". Dafür gebe es bereits einige Beispiele.

Kammerpräsident Prof. Heiko Lukas sprach sich dafür aus, die Bautraditionen zu bewahren und zeitgemäß zu übersetzen. „Die regionale Identität und die Eigenständigkeit des Saarlandes müssen gestärkt werden. Die Marke Saarland muss weiterentwickelt werden." Eine zeitgemäße, hochwertige Architektur beeinflusse auch die wirtschaftliche Entwicklung und den Tourismus. Mit zahlreichen Abbildungen beschrieb Lukas die „Wurzeln" der saarländischen Bauweise (Einfache Kuben, traufseitige Orientierung, stehende Fensterformate mit Natursteingewänden, heimische Materialien, klare Architektursprache) und zeigte die Qualitätsverluste auf (Verkleidungen, Farb- und Materialvielfalt, Park- und Werbeflächen, Beschilderungen). Oft werde bei Neubauten die umgebende Bebauung nicht berücksichtigt.

Wie Projekte der dörflichen Entwicklung durch eine innerörtliche Flurbereinigung ermöglicht werden, erläuterten Vermessungsingenieur Dietmar Petry und Ortsbürgermeister Arnold Weinz aus der Hunsrücker Gemeinde Niederwörresbach. Hier wurden in Abstimmung mit den Betroffenen alte Grenzverläufe korrigiert, die nicht mehr der heutigen Nutzung entsprechen. Der örtliche Besitzstand oder Wunschgrenzen wurden neu vermarkt und vermessen.

Dr. Frank Pflüger, Architekt und Stadtplaner aus Aachen, sprach sich dafür aus, dem schleichenden Niedergang von Siedlungsbereichen eine bewusste Qualitätsoffensive entgegenzusetzen. Er beschrieb den „Werkzeugkasten der Qualitätssicherung", der im Rahmen eines Forschungsvorhabens des BMVBS entwickelt worden sei. Dieser enthalte zahlreiche praxistaugliche Instrumente und Verfahren, mit denen eine lebendige Stadt- und Ortsentwicklung ermög-licht werden könne.

Über die sehr erfolgreiche „Initiative Baukultur Eifel" berichtete Herbert Mayer, Leitender Baudirektor und ehemaliges Vorstandsmitglied der AK Rheinland-Pfalz. Er empfahl Strategien und Konzepte, die für eine zukunftsfähige Entwicklung der Region stehen. Gemeinsam mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und dem engagierten Landrat des Landkreises Bitburg-Prüm arbeiten 21 aktive Architekten der Kammergruppe 6 an einer nachhaltigen Verbesserung der Situation. Laien werde der Wert der historischen Bausubstanz vermittelt und zeitgemäß fortentwickelte Beispiele gegenüber gestellt. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit flankiere die Initiative.

Der große Zuspruch, den die Veranstaltung erfahren hat, bestätigt die Entscheidung des Vorstandes der Stiftung Baukultur - Saar, sich schwerpunktmäßig dem Thema "Baukulturelle Identität" zu widmen und durch vielfältige Aktivitäten eine breite Akzeptanz für diese wichtige Zukunftsaufgabe zu erreichen.


29.10.2012
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