Am 16. Dezember 2011 war Stephan Toscani, Minister für Inneres, Kultur und Europa, auf Einladung der Verfasser des Aufrufs „Moderne Galerie" im Haus der Architekten zu Gast. Zur Erinnerung: Der Aufruf „Moderne Galerie" - im Oktober 2011 veröffentlicht - wurde von ehrenamtlich tätigen Institutionen und Verbänden verfasst, denen es ein Anliegen war, berufspolitisch und gesellschaftlich Position zu beziehen, um gemeinsam Auswege aus der verfahrenen Situation um die Museumserweiterung zu finden und diese öffentlich zu machen. Folgende saarländische Institutionen waren beteiligt:
- Bund Deutscher Architekten Saar
- Bürgerforum Saarbrücken
- Deutscher Werkbund Saar
- Landesdenkmalrat
- Städtebaubeirat
- Stiftung Baukultur - Saar.
Es ist ihnen gelungen, nach vorhergehenden - kontroversen - Diskussionen mit einer Stimme zu sprechen. Ziel des Gesprächs mit dem Minister war es, konstruktive Vorschläge einzubringen, wie das Bauvorhaben „Galerie der Gegenwart" gerettet werden kann. Der Einladung vorangegangen war ein gemeinsamer informativer Baustellenrundgang unter der Leitung von Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig, geschäftsführender Vorstand Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.
Das Gespräch mit Minister Toscani - von AKS-Präsident Prof. Heiko Lukas moderiert - verlief sehr konstruktiv und sachlich. Der Minister zeigte große Bereitschaft, die Argumente und Vorstellungen der Unterzeichner nicht nur anzuhören, sondern wenn möglich auch umzusetzen.
Aus Sicht der AKS ist zunächst eine vorbehaltlose Aufklärung der Missstände erforderlich. Nur bei Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel kann das für Saarbrücken so wichtige Bauvorhaben zu einem guten Abschluss gebracht werden.
Empfehlungen der Unterzeichner des Aufrufs "Moderne Galerie"
Voraussetzung ist eine gründliche Aufklärung, über deren Ergebnisse die Öffentlichkeit aktuell und regelmäßig informiert wird. Bevor weitere Baumaßnahmen durchgeführt werden, müssen klare Strukturen und transparente Vorgehensweisen festgelegt werden.
Die Positionen im Einzelnen:
1. Wir empfehlen, die Projektleitung in die Hände des Amtes für Bau und Liegenschaften zu legen und auf einen weiteren Projektsteuerer zu verzichten.
2. Wünschenswert wäre eine sachkundige Begleitung durch einen vom Bauherrn zu gründenden „Beratungs- oder Bauausschuss", dem im Museumsbau erfahrene Architekten angehören.
3. Die Entwurfsarchitekten (twoo architekten) sollten ihr ursprünglich geplantes Konzept einem unabhängigen Fachgremium vorstellen, um daraus Qualitäten für den Innenausbau zu bestimmen, die die Handschrift der Entwurfsarchitekten weiter erkennen bzw. bewahrt lassen. Wie weiter geplant/ gebaut wird, entscheidet die Stiftung.
4. Schönecker-Bau und Neubau müssen trotz unterschiedlicher Handschriften als funktionale Einheit gesehen werden.
5. Die Fassade ist für das Erscheinungsbild von größter Wichtigkeit und kann daher nur in hoher Qualität akzeptiert werden. Die an dem Gebäude bemusterte Fassade scheint der Bauaufgabe nicht angemessen.
Aus Gründen des Urheberrechtes sollten die Entwurfsverfasser twoo Architekten zu ihrer ursprünglich vorgeschlagenen Fassade gehört werden.
Sind Entwurf und Detailplanung durch sie nicht möglich, könnte ein Gutachterwettbewerb unter Mitwirkung von Künstlern für die Fassaden ausgelobt werden.
6. Die städtebauliche Integration des Neubaus in die sogenannte Kulturmeile hat große Bedeutung für die Akzeptanz des Gebäudes bei der Bevölkerung. Daher empfehlen wir dringend, eine freiraumplanerische Umfeldgestaltung auf der Grundlage eines Wettbewerbs unter Mitwirkung von Künstlern nach GRW. Er sollte den Flussbereich zwischen der Bismarck- und der Alten Brücke umfassen.
7. Vorgeschlagen wird eine kompetente Öffentlichkeitsarbeit u. a. mit Diskussionen und regelmäßigen Baustellenführungen.
Unterzeichner:
- Bund Deutscher Architekten Saar
- Bürgerforum Saarbrücken
- Deutscher Werkbund Saar
- Landesdenkmalrat
- Städtebaubeirat in der LHS Saarbrücken
- Stiftung Baukultur - Saar