Podiumsdiskussion „Geothermie im Saarland – Vertane Chance auf dem Weg zur Energiewende?“
Am 13. November diskutierten Experten und Fachpublikum über das Potenzial der Geothermie im Saarland. Unter dem Saarland schlummert enorme Wärmeenergie aus ehemaligen Bergbaugebieten, die bisher kaum genutzt wird. Die Veranstaltung der Stiftung Baukultur Saar stand unter dem Motto „Rendre possible – Ermöglichen“ und wollte Ideen für die regionale Energiewende sammeln.
Moderiert von Jürgen Rinner, nahmen unter anderem Thomas Neu (Geothermie-Experte), Rainer Heckelmann (Bergamt), Christian Wallmeyer (RAG) und Jens Stahnke (AKS) teil. Der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke musste leider absagen.
Thomas Neu hinterfragte gleich zu Beginn den Veranstaltungstitel „Vertane Chance?“ und plädierte dafür, die Chance der Geothermie eher zu betonen. Rainer Heckelmann ergänzte, dass ein Drittel des Saarlands bergbaulich beeinträchtigt sei, mit rund 1.300 dokumentierten Schächten. Studien zum Wärme-Potenzial fehlen jedoch bislang, und Fördermittel werden kaum genutzt. Christian Wallmeyer wies auf die wirtschaftlichen Herausforderungen hin, betonte aber die Bereitschaft der RAG zu Kooperationen.
Das Publikum war aktiv beteiligt: Gemeinden beklagten fehlendes Fachpersonal und komplizierte Förderprozesse, Architekt:innen betonten die Nischenrolle der Geothermie, die stärker kommuniziert werden müsse. Generell herrschte Einigkeit, dass im Saarland spezialisierte Ansprechpartner fehlen und viel ungenutzte Wärme „verschenkt“ wird. Interessant war auch die Aussage von Thomas Neu, dass niedrige Betriebskosten eine wirtschaftliche Amortisation über Jahre möglich machen.
Insgesamt zeigte die Diskussion: Das geothermale Potenzial des Saarlands ist hoch, die Umsetzung erfordert jedoch Fachwissen, koordinierte Planung und bessere Nutzung von Fördermitteln, um einen spürbaren Beitrag zur Energiewende zu leisten.
Text: Josefine Goertz
