Nachbericht zur AKS-Mitgliederversammlung und neuer Termin zur Fortsetzung der Versammlung

Nachbericht zur AKS-Mitgliederversammlung und neuer Termin zur Fortsetzung der Versammlung

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Nicht alle Tagesordnungspunkte konnten besprochen werden. Die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) lädt im neuen Jahr zu einer Fortsetzung der Mitgliederversammlung ein.

Die AKS-Akademie war gut gefüllt: 101 Mitglieder waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam „zukunftsweisende Entscheidungen“ zu treffen, wie AKS-Präsident Alexander Schwehm in seiner Begrüßung formulierte. Doch zunächst standen Vorträge auf der Tagesordnung.

Grußwort der Landesregierung

Das Grußwort der Landesregierung trug Minister Reinhold Jost vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport vor. „Vertrauen, Verlässlichkeit und Vorausschau“, mit diesen 3 Vs brachte er das konstruktive und enge Arbeitsverhältnis zwischen Ministerium und AKS zum Ausdruck. Der Minister sprach etliche Themen der Zusammenarbeit an, die auch der AKS-Präsident in seinem darauffolgenden Jahresbericht beschrieb. Eines davon war der Schulbau. Es seien mindestens 700 Mio. € Investitionen in den Schulbau nötig. Helfen solle das Schulbauprogramm der Regierung. In diesem Zusammenhang sprach er ein weiteres gemeinsames Thema an: die Streichung des § 3 Abs. 7 Satz 2 VgV. Da gerade auch im Schulbau hohe Summen an Planungsleistungen ausgeschrieben werden müssen, sei diese Änderung „schlecht“. Sie bedeute einen Mehraufwand für Planende und Kommunen. Die AKS hatte wesentlich dazu beigetragen, für dieses Thema zu sensibilisieren. Gemeinsam werden nun Lösungen gesucht. Im nächsten Jahr käme eine große LBO-Novelle, über die sich bereits intensiv ausgetauscht wird, so Jost. Ziel sei unter anderem, das Bauen einfacher und kostengünstiger zu machen mit einer Typengenehmigung, dem seriellen Bauen, der Gebäudeklasse E und dem 4-Augen-Prinzip bei Brandschutzprüfungen.

Das Bauen soll aber auch innovativer werden, ohne die gesetzlichen Schutzziele zu vernachlässigen. Die Schlagworte sind Umbau, Holzbau, Nachhaltigkeit: „Dafür brauche ich von euch Praxisbeispiele“, appellierte Reinhold Jost. Er bedankte sich für die Beiträge zu Planungswettbewerben und gab in Aussicht, dass es auch im kommenden Jahr wieder Auslobungen geben werde.

Auch die Juniormitgliedschaft werde auf Wunsch der AKS umgesetzt. Und gemeinsam gestalte man den Digitalen Bauantrag. Zum Schluss warb der Minister für die neue Wohnraumförderung, die 2024 durch ein Wohnraumfördergesetz ergänzt werde.

Jahresbericht des Präsidenten

In seinem Jahresbericht spielte Kammerpräsident Alexander Schwehm dem Minister einige Bälle zurück. Es gab sehr viele Überschneidungen und gemeinsame Themen. So zum Beispiel die Kooperationsvereinbarung im Bereich der „Fachlichen Qualifizierung“. Das Ministerium für Inneres Bauen und Sport, die Ingenieurkammer des Saarlandes und die Architektenkammer des Saarlandes werden im Bereich der Weiterbildung künftig enger kooperieren.

Auch mit den anderen Ministerien werde sehr intensiv – und auf Augenhöhe – zusammengearbeitet.

Dem Präsidenten war es wichtig, die Mitgliedergewinnung herauszustellen. „Der Mitgliederstatistik können wir entnehmen, dass junge Mitglieder und weibliche Mitglieder unterrepräsentiert sind“, veranschaulichte Schwehm. Juniormitglieder, Frauen, aber auch Angestellte und die Fachsparten wie Stadtplanung sollen gefördert werden.

Er fasste zusammen: „Wir beschäftigen uns mit sehr vielen wichtigen Themen und setzen diese überwiegend erfolgreich um.“ Das soll auch für seine beiden Herzensangelegenheiten Umbau und Schulbau gelten. „Wir sind alle Gestalter. Lassen Sie uns wichtige berufspolitische Prozesse gemeinsam gestalten“, rief Schwehm die Mitglieder zur Mitarbeit auf.

Weitere Themen

Markus Kiwitter, Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses, erläuterte die Rechnungsprüfung für das Jahr 2022. Die Mitgliederversammlung gewährte daraufhin dem Vorstand Entlastung.

Stefan Krüger stellte als Vertreter der AKS im Versorgungswerk der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen seine Gremiumsarbeit vor. Der größte Teil bei der Mitgliederbewegung sei der Demografie geschuldet. Dies habe keinen Einfluss auf die Entwicklung der Rente. Es würden 28 Mio. € an freiwilligen Zahlungen geleistet. Dies sei ein hoher Wert und zeige das Vertrauen ins Versorgungswerk. Krüger gab weitere wichtige Informationen.

Beitragserhöhung

Eines der Themen, das zahlreiche Mitglieder in die AKS-Akademie lockte, war die geplante Beitragserhöhung. Zur Debatte stand eine Erhöhung auf 720 € für Freischaffende, auf 420 € für angestellte und beamtete Mitglieder und auf 112 € für den verminderten Beitrag.

AKS-Vizepräsident Jens Stahnke zeigte anhand von Diagrammen den Weg zur Beitragserhöhung. Seit 1998 seien die Beiträge konstant geblieben, aber die äußeren Faktoren wie Verbraucherindex und Inflationsrate hätten sich nach oben entwickelt, Personalkosten und Ausgaben stiegen. Die Mitgliedsbeiträge hätten schon früher erhöht werden müssen. Dies war rechtlich allerdings nicht möglich. Nach Vorgabe des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport – der Rechtsaufsicht der AKS – mussten zunächst die Rücklagen abgeschmolzen werden. Das Vermögen sei nun zum Ausgleich der bisherigen Haushalte soweit reduziert, dass es den gesetzlichen Vorgaben entspräche (ca. 50 % des Haushalts), erläuterte AKS-Geschäftsführerin Dr. Carmen Palzer im Anschluss. Nun könnten Rücklagen gebildet werden, die einem bestimmten Zweck zugeordnet sind. Diese seien dem Zugriff des Haushalts entzogen. Der Vorschlag einer Liquiditätsrücklage in Höhe von 2 durchschnittlichen Monatsausgaben (120.000 €) und einer Sanierungsrücklage (195.000 €) wurde von der Mitgliederversammlung positiv beschieden.

Zu dem Punkt der Beitragserhöhung gab es sehr viele Rückfragen und Wortmeldungen. Eine der drängenden Fragen war, warum die Beitragserhöhung der angestellten Mitglieder prozentual höher ausfällt als die der freischaffenden. Das Verhältnis der Tätigkeitsarten habe sich verschoben, lautete die Antwort des Vorstands. Die Anzahl der Angestellten steige, die der Freischaffenden sinke. Da aber die Freischaffenden die Hälfte der Finanzlast trügen, müssten die Angestellten stärker belastet werden.

Bei der Abstimmung zur Beitragserhöhung wurde keine Mehrheit erzielt. Schlussendlich gab es zu viele Wortmeldungen und Vorschläge, wie sich die künftigen Mitgliedsbeiträge zusammensetzen könnten. Deswegen schlug der Vorstand vor – und erntete von den anwesenden Mitgliedern Zustimmung – die Sitzung zu unterbrechen und auf 2024 zu vertagen. In Teil 2 der Mitgliederversammlung müssen zudem die fehlenden Tagesordnungspunkte wie der Haushalt 2024, die Erhöhung der Sterbegeldumlage und die Neufassung der Fortbildungsordnung beschlossen werden.

Text: Kim Ahrend

Fortsetzung der AKS-Mitgliederversammlung am 23.02.

Der neue Termin für die vertagte Mitgliederversammlung der Architektenkammer des Saarlandes ist Fr, 23.02.2024, 16 Uhr. Alle Kammermitglieder sind herzlich eingeladen!

Ort: Hermann-Neuberger-Sportschule, 66123 Saarbrücken (Geb. 2, Raum 20)

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung per E- Mail, Telefon oder Fax. Die Teilnahme ist nicht von einer vorherigen Anmeldung abhängig.




17.01.2024
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Minister Reinhold Jost; Foto: Kim Ahrend

Alexander Schwehm, Dr. Carmen Palzer, Jens Stahnke, Susanne Matheis, Peter Glaser, Bettina Berwanger, Cathrin Moll; Foto: Kim Ahrend

Kammermitglieder; Foto: Kim Ahrend

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