Nachbericht zur Veranstaltung "Bauen in Zeiten des Klimawandels"

Nachbericht zur Veranstaltung "Bauen in Zeiten des Klimawandels"

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Kooperationsveranstaltung mit 2 Vorträgen und einer anschließenden Diskussion

Klimafreundlich Bauen – aber wie? Diese Frage stand am 20. Februar 2024 im Vordergrund der vom Landesverband BUND Saar e. V. und der Architektenkammer des Saarlandes organisierten Veranstaltung „Bauen in Zeiten des Klimawandels“ im Forum der Saarbrücker Zeitung in Saarbrücken.

Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport aktiv unterstützt und hatte zum Ziel, den Teilnehmenden Impulse, Informationen und konkrete Maßnahmen vorzustellen, die dem Ziel des klimafreundlichen Bauens dienen. Nach den Grußworten der Veranstalter, vertreten durch Staatssekretär Torsten Lang vom Bauministerium, AKS-Präsident Alexander Schwehm und Christoph Hassel, Vorsitzender des BUND Saar folgten 2 Fachvorträge.

Sandra Koch-Wagner, Leiterin der Obersten Landesbaubehörde stellte in ihrem Vortrag die wichtigsten Instrumente der Landesregierung in Bezug auf das nachhaltige Bauen vor – die Landesbauordnung, den Landesentwicklungsplan und das Klimaschutzgesetz. Dabei verwies sie auf die besonderen Ausgangsbedingungen des Saarlandes im Vergleich zu anderen Bundesländern.

Erleichtert werden sollen künftig Umbauten im Bestand und die Anwendung sowie der Einsatz klimafreundlicher Baustoffe und Technologien. Angekündigt wurden dabei u. a. auch Unterstützung für die Verlängerung der Zweckbindung von Bestands-Sozialbauwohnungen ebenso wie pragmatische Hilfestellung für bauwillige Kommunen im Saarland, die klimafreundliche Siedlungs- und Gewerbebauten erstellen wollen.

Professorin Annette Hillebrandt von der Uni Wuppertal zeigte ungeschönt Ziele, Strategien und Möglichkeiten des nachhaltigen Bauens auf. Bei ihrem leidenschaftlichen Vortrag war fast jeder Satz ein Statement. Kernpunkte waren unter anderem die Flächeninanspruchnahme zu reduzieren (Flächenrecycling und Flächentausch), falls nötig nur selektiven Abbruch zuzulassen, Gebäude zur Energieerzeugung zu nutzen und das zirkuläre Bauen zu fördern. „Verbundwerkstoffe, die sich nicht oder nur schwer am Ende ihres Lebenszyklus trennen oder entsorgen lassen, gehören in Zeiten des Klimawandels nicht an den Bau!“, erklärte Hillebrandt.

Hillebrandt ging aber auch auf die jahrzehntelang entstehenden Betriebs- und Folgekosten sowie die Betrachtung der „End-of-Life“-Problematik ein, also die Entsorgung am Ende des Lebenszyklus aller eingesetzten Baustoffe. Diese müssen bei Betrachtung der Anfangsinvestition zwingend in Betracht gezogen werden, erläuterte Hillebrandt.

An der abschließenden Diskussion nahmen neben den beiden Referentinnen, Christoph Hassel und der AKS-Vizepräsident Jens Stahnke teil. Moderiert wurde sie von Karsten Bach, BUND und Kim Ahrend, AKS. Unter reger Beteiligung des Publikums herrschte Konsens, dass im Saarland schon viel Gutes geplant sei, das darauf wartet, umgesetzt zu werden.

Text: Karsten Bach, BUND Saarbrücken und Kim Ahrend, AKS


20.03.2024
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