Die Stiftung Baukultur - Saar lädt ein zu dem Vortrag
"Wärmedämmverbundsysteme und das verlorene Ansehen der Architektur"
der Architekten Kerstin Molter und Mark Linnemann, Kaiserslautern,
am Donnerstag, den 29. September 2011 um 19.00 Uhr
in die Akademie im Haus der Architekten in Saarbrücken, Neumarkt 11.
Im Klimawandel und einem endenden fossilen Verbrennungszeitalter scheint das vorrangige programmatische Ziel jedes Bauens, sei es die Sanierung eines Gebäudes oder die Erstellung eines Neubaus, energieeffizient zu sein. Die Energieeffizienz eines Gebäudes ist jedoch nur eine Eigenschaft, die ein Gebäude erfüllen sollte. Nur allzu oft wird Energieeffizienz mit Nachhaltigkeit verwechselt, dabei stellt sie nur einen Teilaspekt dieser dar. In diesem Umfeld hat das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) Einzug in die Baukultur gehalten, beziehungsweise wohl eher seinen Feldzug gegen die Baukultur angetreten. Das flächendeckende Einpacken führt zu kultureller, meist irreversibler Uniformität. Warum diese Bauart dennoch so erfolgreich ist, wird im Vortrag unter verschiedenen Aspekten dargestellt.
Die Aufgaben, die sich im Zusammenhang mit nachhaltigem Bauen stellen, beschränken sich nicht auf die Gebäudehülle, sondern haben mit Infrastruktur und Raum - auch im übergeordneten Maßstab - zu tun. Jeder Bau steht immer in einem komplexen Zusammenhang, muss verschiedenen Bedürfnissen und Anforderungen gerecht werden. So werden nicht nur durch den Klimawandel, sondern auch durch den demografischen Wandel neue Bedingungen gestellt, die eine strukturelle Änderung der Baupraxis verlangen.
Kerstin Molter und Mark Linnemann stellen ihre kritische Sicht des "Wärmedämmverbundsystems" dar und plädieren für eine andere, umfassende Betrachtung von Baukultur.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.