Die Architektenkammer des Saarlandes trifft die neuen Kabinettsmitglieder der saarländischen Landesregierung
 
Nach dem Regierungswechsel im Saarland wurden die Ministerien neu aufgestellt – Grund genug für die Architektenkammer des Saarlandes die Regierungsmitglieder zu treffen, um mit ihnen über die Themen zu sprechen, die die Planenden umtreiben – und auch um die Zusammenarbeit mit der AKS anzubieten. Den Anfang machen nachfolgende Minister.
 
Jakob Freiherr von Weizsäcker, Minister der Finanzen und für Wissenschaft des Saarlandes machte den Anfang. Am 14.06.2022 waren der Präsident der AKS, Alexander Schwehm, der Vizepräsident, Jens Stahnke und die Geschäftsführerin Dr. Carmen Palzer zu Gast in den Räumen des Ministeriums. Als Wissenschaftsminister ist von Weizsäcker auch für die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die den Studiengang Architektur im Saarland anbietet, zuständig. Er war daher der richtige Ansprechpartner für die Fragen und Anregungen der Architektenschaft in Bezug auf das Studium. Weitere Themen waren die Verpflichtungen, die das Onlinezugangsgesetz der Kammer als mittelbarer Landesverwaltung auferlegt und insbesondere deren Finanzierung. Auch die wirtschaftliche Betätigung kommunaler Gesellschaften war ein Thema.
 
Das nächste Treffen fand Anfang Juli mit dem Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär David Lindemann in der Staatskanzlei statt. Ausführlich wurde über den digitalen Bauantrag gesprochen: Im Saarland gibt es derzeit eine Insellösung bei 2 Unteren Bauaufsichtsbehörden, die auf einer Fachsoftware basiert und aufgrund dieser Beschränkung nur 2 weiteren Unteren Bauaufsichtsbehörden offensteht, die diese Fachsoftware ebenfalls nutzen. Die AKS plädierte für die Einführung einer Portallösung wie der in Mecklenburg-Vorpommern programmierten, die als EfA-Lösung („Einer für Alle“: Einer programmiert und die anderen haben die Möglichkeit der Nachnutzung) vom Saarland nachgenutzt werden könnte und die allen UBAs die Nutzung des digitalen Bauantrags über eine Plattform ermöglichen würde. Ein weiteres Thema war die Ertüchtigung der Schulen, nicht nur im Hinblick auf die Corona-Pandemie. Schwehm erläuterte, dass nach Ansicht der AKS eine zentrale baufachliche Überprüfung aller Schulgebäude, mit dem Ziel, diese sowohl sicherheitstechnisch als auch im Hinblick auf Hygienestandards – natürlich unter Einbeziehung aktueller pädagogischer Konzepte – zu ertüchtigen. Auch die Forderungen nach einer Umbauordnung, nach einer Vereinfachung der LBO und einer ausreichenden Personalisierung des Bauministeriums und der Bauämter wurden ausführlich erörtert.
 
Der gesamte Vorstand der AKS war bei dem Treffen mit dem Minister für Inneres, Bauen und Sport, Reinhold Jost, im Innenministerium am 18.07.2022  eingeladen. Die besprochenen Themen waren vielfältig und reichten von der Fortschreibung des digitalen Bauantrags über die Umsetzbarkeit einer Umbauordnung bis hin zur Nutzungsfrage des Pingusson-Baus. Einigkeit herrschte darin, dass es in diesen Bereichen einer engen Zusammenarbeit und eines weiteren intensiven Austauschs bedarf. Die Anregung des Ministers, die vielfach vorhandenen gemeinsamen Themen in einem halbjährigen Turnus zu diskutieren, wurde von der AKS gerne angenommen. Darüber hinaus gebe es noch viele weitere Themen, wie beispielsweise mobile Gestaltungsbeiräte, den sozialen Wohnungsbau und die Stärkung der Baukultur, über die ein Austausch stattfinden müsse, so der Kammerpräsident Alexander Schwehm. Der AKS-Vorstand zeigte großes Interesse, sich in den politischen Diskurs einzubringen und bot seine Unterstützung bei der Umsetzung der genannten Themen an.
 
Text: Dr. Carmen Palzer