Eine gemeinsame Online-Veranstaltung der Architektenkammer des Saarlandes (AKS) mit dem Interreg-Projekt GReENEFF der Arge Solar beleuchtete die Bandbreite an Holzbauten in der Großregion
 
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Online-Aktionswoche „Das Saarland voller Energie“ des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr statt. Ralf Schmidt, Geschäftsführer der Arge Solar, und Klaus-Dieter Uhrhan, Referatsleiter im Ministerium, lobten die gute Resonanz. Mit 80 Zuhörern war sie die bisher bestbesuchte Veranstaltung der Aktionswoche. Unter dem Titel „Energieeffizient Bauen mit Holz“ referierten Hannsjörg Pohlmeyer vom Holzbaucluster Rheinland-Pfalz und der Saarbrücker Architekt Gerald Erdudatz. 
 
AKS-Vizepräsident Jens Stahnke führte in das Thema ein. Der Klimawandel erfordere innovative, kreative Ideen und eine stärkere Vernetzung, um gemeinsam neue Wege zu gehen bzw. „bekannte Wege breiter zu machen“. Das Saarland sei zwar kein traditionelles Holzbauland, aber er ermutigte alle Planenden und Bauherren dazu, sich mit dem Holzbau zu beschäftigen. Ein Schritt, der sich aufgrund der ökologischen Aspekte dieses Baustoffes für die nachfolgenden Generationen lohne.
 
Hannsjörg Pohlmeyer stellte in seinem anschließenden Vortrag ein „Kaleidoskop“ des Holzbaus in der Großregion vor. Die Bandbreite war enorm und überraschte. Das Saarland klammerte Pohlmeyer weitestgehend aus, um Gerald Erdudatz nicht vorzugreifen. Doch alle Projekte im Saarland, Frankreich und Rheinland-Pfalz hatten gemein: Sie überzeugten durch Innovationen und Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit. Pohlmeyer stellte Passivhäuser vor, die mit Stroh gedämmt wurden; Gebäude aus Holz-Modulbauweise, die sich leicht abbauen und an anderer Stelle wiederaufbauen lassen; Holzbauten, die sich komplett zerlegen lassen, da sie lediglich gesteckt sind. Bei letzteren wird die Recyclingfähigkeit bis hin zum Cradle-to-Cradle-Prinzip erleichtert. Unter den vorgestellten Best-Practice gab es kleine Gebäude, Mehrgeschosser und Brücken. Die Möglichkeiten erschienen nach Pohlmeyers Vortrag schier grenzenlos.
 
Diesen Eindruck verstärkte Gerald Erdudatz Werkbericht. Er plädierte für den verstärkten Bau von Passivhäusern. Gerade in Hinblick auf Ressourcenschonung und autarke Energieversorgung sollten Häuser nicht aktiv Energie zum Heizen verbrauchen dürfen. Erdudatz arbeitet im sogenannten integrativen Planungsprozess, bei dem alle Planenden parallel involviert sind, ausschließlich mit 3D-Modellen (BIM). Nur so ließe sich der hohe Vorfertigungsgrad der meisten Holzhäuser realisieren. Ein wichtiges Kriterium käme beim Bauen mit Holz dazu: Es mache einfach Spaß.
 
Die Veranstalter sind sich sicher: Das Thema bietet Potenzial für vertiefende Seminare, Workshops oder auch Besichtigungen. 
 

Text: Kim Ahrend