Was es beim Homeoffice mit Blick auf die DSGVO zu beachten gilt

Die Berührung mit dem Urheberrecht geht schneller, als so manch einer denkt: Die Texte aus der gestrigen Projektbeschreibung. Die Fotos von der Baustelle. Die Planzeichnungen für das bevorstehende Bauprojekt. Das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte, kurz: UrhG, schützt kreative Leistungen vielfältiger Natur. Alles, was eine „persönliche geistige Schöpfung“ darstellt, genießt als ein sogenanntes urheberrechtliches „Werk“ besonderen Schutz, dergestalt, dass der Schöpfer und somit Urheber darüber bestimmen darf, ob, und wenn ja, wie, sein Werk genutzt werden darf. Das Urheberrecht bedarf keiner Eintragung in ein Register. Es entsteht mit der Wahrnehmbarmachung des Werks und dauert überdies bis 70 Jahre nach Tod des Urhebers an.

Während einjeder bei Musik, Zeichnungen und Kunst noch sehr schnell an das Urheberrecht denken mag, erfolgt dies bei anderen Erscheinungsformen der Kreativität mitunter erst auf den zweiten Blick: So schützt das Urheberrecht beispielsweise auch das Erscheinungsbild bzw. die Gestalt eines Bauwerks – natürlich vorausgesetzt, es liegt eine hinreichende Schöpfungshöhe vor; „bloße“ Alltagsbauwerke und das „was jeder so macht“ fallen indes nicht in den Schutzbereich.

Der Urheber eines Werks bestimmt darüber, ob er sein Werk überhaupt der Öffentlichkeit preisgeben möchte und beispielsweise, wer es vervielfältigen (z. B. Fotos davon fertigen, Kopieren von Textpassagen) oder gar verbreiten (z. B. Verkauf von Fotomotiven als Postkarten und Katalogen) darf.

Urheberrechte sollten stets beherzigt werden, sowohl wenn es um den Schutz der eigenen Werke vor Plagiarismus und „Diebstahl“ geht, als auch, wenn man sich selbst der Werke Dritter bedienen möchte. Allzu schnell wird ein Text oder ein Bild aus dem Internet kopiert und landet in der eigenen Präsentation für den Chef, ohne dass die Rechte daran geklärt wurden. Mit teilweise unschönen Folgen: Urheberrechtsverletzungen können vor allem zu erheblichen Schaden- und Kostenersatzansprüchen führen, zum Teil ganze Projekte durch Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche zum Erliegen bringen. Wichtig ist daher, dass die Nutzungsrechte an einem urheberrechtlichen Werk vor Aufnahme der Nutzung sorgfältig
geklärt werden. Die Zustimmung des Urhebers muss eingeholt bzw. Lizenzbedingungen geprüft werden. Die Rechtsprechung stellt hier – einmal außen vorgelassen, ob mit dem Lebensalltag vereinbar oder nicht – seit jeher hohe Anforderungen an die nötige Sorgfalt bei der Rechterecherche.

Doch das Urheberrecht gilt nicht schrankenlos. Das Gesetz beschreibt Ausnahmen, bei denen eine Verwertung des Werks auch ohne Zustimmung des Urhebers zulässig ist. Bekannteste Ausnahmen sind etwa das Zitatrecht oder das Recht auf Privatkopie. Nicht erst seit dem Prozess um die Nutzung der Fotos von Christos Reichtstagsverhüllung spielt die Frage der sogenannten Panoramafreiheit zudem eine wichtige Rolle. Danach dürfen urheberrechtlich geschützte Werke, beispielsweise
Gebäude, Kunst am Bau oder Kunst im öffentlichen Raum, die von öffentlichen Verkehrswegen aus zu sehen sind, bildlich wiedergegeben werden. Hier hat z. B. der Architekt oder Künstler, der die Wände gestaltet hat, kein Mitspracherecht. Aber Vorsicht: Soll das Werk nur temporär in der Öffentlichkeit stehen oder werden die Fotos außerhalb von öffentlichen Verkehrsflächen gefertigt, greift die Panoramafreiheit in aller Regel nicht.

Das Urheberrecht ist ein bedeutendes Schutzrecht und nicht selten, ob ausdrücklich oder stillschweigend, ein wesentlicher Bestandteil des Vertragsinhalts etwa zwischen Architekt und Bauherrn.

Eine nähere Beschäftigung mit dem Urheberrecht ist für Architekten und Ingenieure daher stets zu empfehlen. 

Text: Gregor Theado, Rechtsanwalt BTK | Beltle. Theado. Kanzlei.