Preis: Neubau Bürogebäude Ergosign 2, Architekturbüro: FLOSUNDK architektur + urbanistik GmbH, Mario Krämer, Jens Stahnke Bauherrschaft: Espace Real Estate GmbH; Foto: Marco Kany
Bereits zum zweiten Mal haben das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr gemeinsam mit der Architektenkammer des Saarlandes den Saarländischen Architekturpreis „Orte der Arbeit“ verliehen
 
Im neuen Treffpunkt für Kreativschaffende, dem co:hub 66, wurden am Donnerstag, 18. November, der hochkarätige Saarländische Staatspreis für Design gemeinsam mit dem Architekturpreis „Orte der Arbeit“ verliehen. „Die Kreativwirtschaft im Saarland wird ein immer stärkerer Wachstumsmotor für andere Wirtschaftsbranchen – das wird auch heute im co:hub66 noch einmal deutlich“, so die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. 
 
Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe des Saarländischen Staatspreises für Design lag auf dem Thema „Transformationsdesign“, denn: Wertschöpfungsmodelle verändern sich nicht mehr nur durch technischen, sondern auch kulturellen, ökologischen und sozialen Wandel. Entsprechend wichtig ist daher der Wandel von unternehmens- und branchenübergreifender Innovation hin zu gesellschaftsweiter und vorausschauender Innovation, die mehrere Wertschöpfungsdimensionen miteinander verbindet. 
 
Deshalb lag bei der diesjährigen Preisverleihung ein besonderes Augenmerk auf der Rolle der Kultur- und Kreativschaffenden, aber auch der Architektinnen und Architekten. Sie sind Impulsgeber für solche weitreichenden gesellschaftlichen Transformationsprozesse.

Nach 2017 haben dieses Jahr das Ministerium gemeinsam mit der Architektenkammer des Saarlandes zum zweiten Mal den Saarländischen Architekturpreis „Orte der Arbeit“ verliehen. Er unterstreicht die Bedeutung von Architektur in den Transformationsprozessen und schafft ein Bewusstsein für zukunftsweisende Strategien nachhaltigen Bauens.
 
Alexander Schwehm, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes: „Der Architekturpreis betont die zentrale Rolle baulicher Gestaltung im gesellschaftlichen Wandel. Nicht nur die Corona-Pandemie, die fortschreitende Digitalisierung und die Energiewende sorgen für Veränderungen. Im Saarland sind es vor allem auch der demografische Wandel und der Strukturwandel. Die daraus resultierenden Veränderungen drücken sich in unseren Gebäuden aus. Wir zeichnen heute herausragende saarländische Orte der Arbeit aus. Sie sind vorbildlich, nachhaltig und zukunftsweisend.“
 
In einer zweitägigen Preisgerichtssitzung mit Vor-Ort-Besichtigungen der engeren Auswahl fällte die 8-köpfige Jury ihre Entscheidung. Unter den 12 Einreichungen überwog die Nutzungsart Büro. Neben Neubauprojekten wurden einige Umbau- und auch Umnutzungsprojekte eingereicht. Die Jury unter Vorsitz von Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, und Peter Strobel, Bayer & Strobel Architekten aus Kaiserslautern, zeichnete dabei 2 Projekte mit einem Preis und 2 weitere mit einer Anerkennung aus:
 
Preisträger
Objekt: Neubau Bürogebäude Ergosign 2 in Saarbrücken 
Architekturbüro: FLOSUNDK architektur + urbanistik GmbH Mario Krämer, Jens Stahnke
Bauherrschaft: Espace Real Estate GmbH
Weitere Beteiligten: Ergosign Team, FLOSUNDK Team
 
Objekt: Coworking Space HALLE 4  in Saarbrücken
Architekturbüro: tibo ^ architektur, Britta Tibo
Bauherrschaft: We Start Spaces GmbH, Bernd Pohl
 
Anerkennungen
Objekt: Fabrik N°09 in Mettlach
Architekturbüro: BOCHEM.SCHMIDT
Bauherrschaft: Villeroy & Boch AG
 
Objekt: IANEUM - Erweiterung Bürogebäude der IANEO Solutions GmbH in Friedrichsthal 
Architekturbüro: Manfred Schaus Bernd Decker Architekten GmbH
Projektleitung: Markus Hetrich
Mitarbeit: Saskia Müller
Projektidee: Michel Leinenbach
Bauherr: IANEO Solutions GmbH Dirk Frank
 
Beurteilung des Preisgerichts
Das Preisgericht lobt beim ausgezeichneten Objekt Neubau Bürogebäude Ergosign 2 u. a.:
Der kraftvolle Baukörper wirkt ordnend in sein Umfeld hinein und stellt so einen wichtigen städtebaulichen Bezugspunkt dar. Die äußere Ruhe wird regelrecht umgekehrt in eine innere Lebendigkeit und Vielfalt: Hier öffnet sich der ansonsten stringent und effizient organisierte Bau zu einer großen, warmen Halle, die sowohl den kommunikativen Mittelpunkt innerhalb der Arbeitswelt als auch die Schnittstelle zur Stadt bildet. Durch das riesige Fenster  dieser „Beletage“ nach Süden gelingt eine Verknüpfung dieses Ortes der Arbeit mit der Stadt in fast feudaler Geste. (...) 
Im Sinne der Nachhaltigkeit ist die intelligente Organisation der Grundrisse zu nennen: Durch eine geschickte Anordnung der Erschließungskerne und der Option auf bis zu drei getrennten Eingängen ist eine vielfältige Aufteilung in Nutzungseinheiten unterschiedlicher Größe realisierbar. (...)
 
Die Auszeichnung des Objekts Coworking Space HALLE 4 begründet die Jury u. a. mit: 
Die positive Umnutzung einer potentiellen Brache wurde mit einem hohen Qualitätsanspruch verwirklicht. Das Thema Barrierefreiheit wurde ernst genommen, nicht nur durch Rampen und Lifte für Rollstuhlfahrer, sondern auch durch ein überlegtes Farb- und Leitsystem. Wenn auch der Umsetzung des schwierigen Themas der Belichtung die letzte Konsequenz fehlt, gibt das Projekt eine gelungene Antwort auf die Fragen des Bedarfs von neuem, preisgünstigem und flexiblem Arbeitsraum. Das gewählte Material ermöglicht eine Weiterverwertung an anderen Orten, der Recycling-Aspekt wurde gut umgesetzt. Das Büro „tibo^architektur“ hat mit einem kleinen Budget nachhaltige Architektur erschaffen, welche modernes Arbeiten im urbanen Raum auch für Start-Ups ermöglicht. (...)
 
Ausstellung + Dokumentation
Die ausgezeichneten Projekte beider Staatspreise werden in einer Ausstellung zum Thema „Transformationsdesign“ vorgestellt: 
Mo, 22.11. bis Do, 16.12.2021, 10–16 Uhr im co:hub66, Neumarkt 15, 66117 Saarbrücken (Eingang seitlich durch die Unterführung).
 
Durchführung und Umsetzung
Verantwortlich für die Durchführung und Umsetzung der Wettbewerbe ist seit 2017 die K8 Institut für strategische Ästhetik gGmbH. Neben dem Architekturpreis „Orte der Arbeit“ wurde K8 auch mit der Umsetzung des Nachwuchspreises Architektur betraut, der erstmals 2019 gemeinsam mit dem Staatspreis Design ausgelobt wurde. Die beiden Architekturpreise werden abwechselnd im Rhythmus von zwei Jahren zusammen mit dem Saarländischen Staatspreis Design ausgelobt und verliehen.
 
Weitere Informationen zum Architekturpreis „Orte der Arbeit“ sowie filmische Dokumentationen sind zu finden unter: architektur.staatspreis.saarland
 
Text: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr/ AKS, Kim Ahrend