Monika Bachmann; Foto: Carsten Simon

Im Alter stehen Menschen vor unzähligen neuen Herausforderungen. Was einst leicht fiel, erfordert plötzlich enorme Anstrengung. Dort, wo es früher hieß: „Volle Kraft voraus“ stehen nun scheinbar unüberwindbare Hindernisse: Einschränkungen ihrer Mobilität oder Angewiesenheit auf Pflege. Diese Erfahrungen betreffen in unserer alternden Gesellschaft immer mehr Saarländerinnen und Saarländer. Umso wichtiger ist es, dass diese Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden verbleiben können. Diese Orte geben Halt und Sicherheit und verbinden Erinnerungen eines ganzen Lebens.

Daher fördert die saarländische Landesregierung die baulichen Anpassungen, die notwendig sind, um genau das zu ermöglichen. Denn auch wenn meist wenige, kleine Maßnahmen genügen, fehlen dazu oft die finanziellen Mittel und Rücklagen.  

Bereits im April 2017 begründete das saarländische Sozial- und Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres und Bauen das „Landesprogramm für bauliche Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren“, von dem sowohl ältere Menschen nach Vollendung des 60. Lebensjahres als auch Menschen mit einer Gehbehinderung oder mit einer Pflegebedürftigkeit profitieren können. Von dem barrierefreien Umbau des Badezimmers, über Türverbreiterungen und barrierefreie Zuwege zum Hauseingang bis hin zum Einbau eines Treppenlifts – all diese Maßnahmen und noch zahlreiche weitere können und werden von der Landesregierung unterstützt.

„Unsere Förderung von barrierefreiem Wohnen war ein ganz persönliches Herzensprojekt meinerseits. Dabei geht es vor allem um eines: würdevolles Leben und Wohnen. Ob Saarländerinnen und Saarländer auch im Alter in dem Haus oder der Wohnung verbleiben können, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht haben, ob sie sicher und ohne Angst vor einem Sturz ihr Bad oder ihre Treppen nutzen können, darf keine Frage des Geldbeutels sein“, sagt Sozial- und Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

Förderfähig sind Maßnahmen für ältere Menschen sowie Menschen mit Gehbehinderung oder einem Pflegegrad im selbstgenutzten Ein- oder Zweifamilienhaus oder der selbstgenutzten Eigentumswohnung. Es können auch Maßnahmen in der Zweitwohnung eines Zweifamilienhauses gefördert werden, wenn diese von förderberechtigten Personen, die in einem engen Verwandtschaftsverhältnis zu den Eigentümern stehen, bewohnt wird.

Dabei muss eine Einkommensgrenze, die von der Größe des Haushaltes abhängig ist, beachtet werden. So kann ein Einpersonenhaushalt ein Netto-Jahreseinkommen von bis zu 22.500 Euro aufweisen, ein Zweipersonenhaushalt bis zu 34.500 Euro. Bei der Berechnung dieses Einkommens schauen die zuständigen Behörden genau hin: Sie prüfen die Hintergründe und Gegebenheiten für jeden Einzelfall auf Grundlage des Wohnraumfördergesetzes anstatt auf Grundlage des Einkommensteuergesetzes.

In welcher Höhe kann diese Förderung nun ausfallen? Ältere Menschen ab der Vollendung des 60. Lebensjahres können für
Einzelmaßnahmen bis zu 50 Prozent der Kosten bezuschusst erhalten, bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 Euro. Menschen mit einer erheblichen oder außergewöhnlichen Gehbehinderung mit Merkzeichen „G“ oder „aG“ und/oder einem Pflegegrad nach SBG XI können sogar bis zu 75 Prozent, höchstens jedoch 7.500 Euro, als Zuschuss erhalten.

Müssen Wohnungen komplett barrierefreie Anpassungen unterzogen werden, beträgt die Förderhöhe bei älteren Menschen ab der Vollendung des 60. Lebensjahres maximal 7.500 Euro, bei Menschen mit einer erheblichen oder außergewöhnlichen Gehbehinderung mit Merkzeichen „G“ oder „aG“ und/oder einem Pflegegrad nach SBG XI maximal 11.250 Euro.

„In den vergangen Jahren konnten wir Saarländerinnen und Saarländer bei den barrierefreien Anpassungen ihren Wohnungen oder Häuser mit mehr als 8,16 Millionen Euro unterstützen, knapp 1.600 Anträge konnten bewilligt werden. Das zeigt nicht nur, dass im Saarland zahlreiche Menschen auf diese Unterstützung angewiesen sind, sondern auch, dass sie unser Förderangebot gerne annehmen. Mit jedem weiteren bewilligten Antrag ermöglichen wir ein weiteres würdevolles und sicheres Leben in einer vertrauten Umgebung. Eine Umgebung, die den Menschen unglaublich viel bedeutet, wo Nachbarn, Freunde und Bekannte leben. Wo sich ganze Lebensgeschichten abspielten. Daher haben wir das Programm bereits Ende 2019 bis zum 31. Dezember 2022 verlängert“, ergänzt Monika Bachmann abschließend.

Text: Saarländisches Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MSGFF)