EUROPA GEMEINSAM STÄRKEN!
Europa steht vor großen Veränderungen: Migration, Demographie, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, der technische Fortschritt und nicht zuletzt der Brexit sind große Herausforderungen für Politik und Gesellschaft. Alle diese Aufgaben können nicht von einzelnen Mitgliedstaaten alleine gelöst werden. Impulsgeber muss hier die Europäische Union sein und eine Führungsrolle übernehmen. Bürger, Unternehmen und Dienstleistungserbringer wie Architektinnen und Architekten erwarten von ihr auch weiterhin Handlungsfähigkeit und eine gute Rechtsetzung.

Das reiche kulturelle Erbe und die Vielfalt europäischer Städte und Landschaftsräume sind von besonderer Bedeutung für die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserem Europa und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Bewusstsein für Qualität bei Planung und Bau, kurz Baukultur, ist daher weiter zu stärken. Mit der Neuauflage der „Leipzig Charta“ unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 soll das Bekenntnis zur nachhaltigen europäischen Stadt und einem Europa der regionalen Vielfalt erneut gefestigt werden. Dieses Bekenntnis gilt es in allen relevanten Politikfeldern umzusetzen. Für den ganzheitlichen Ansatz der Baukultur bedeutet dies, die maßgeblichen Qualitätsanforderungen in der Architektur und Stadtplanung auch legislativ in Einklang zu bringen.

Architektinnen und Architekten, Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten und Stadtplanerinnen und Stadtplaner gestalten die gebaute Umwelt und prägen damit das tägliche Leben der Menschen und den Erhalt und die Fortentwicklung unseres kulturellen Erbes. Sie tragen Verantwortung für Klimaschutz und ressourcenschonendes Bauen, für Stadt- und Landschaftsräume, die den sozialen Zusammenhalt stärken, und für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung. Dieser besonderen Rolle der planenden Berufe für das Gemeinwohl ist unter den Bedingungen des Europäischen Binnenmarktes Rechnung zu tragen. Deshalb ist die berufspolitische Vertretung in Europa für die Architektenkammern ein wichtiges Anliegen.

Die planenden Berufe sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zu ihren Charakteristika zählt die Qualitätsorientierung in einem austarierten Gesamtsystem, in dem Selbstverwaltung und Berufsregeln zentral sind. Angesichts der großen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung des Planungs- und Bausektors und der immensen Aufgaben leisten Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen (Hochbau, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung) einen Beitrag zur gegenwärtigen Debatte um die Zukunft der EU. Wir benötigen dabei die Unterstützung der Europäischen Institutionen, um gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen.

Text: BAK

Die komplette Broschüre finden Sie als PDF im Anhang.