PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 20.01.2020

Neujahrsempfang der Architektenkammer des Saarlandes (AKS)

Die AKS hatte am 20.01. zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Wie im Vorjahr bot das VHS-Zentrum in Saarbrücken die Kulisse.
Kammerpräsident Alexander Schwehm freute sich, ca. 150 Gäste aus Reihen der Kammermitglieder, Politik und Verwaltung begrüßen zu dürfen. Besonders freute er sich darüber, bereits zum dritten Mal in Folge Bauminister Bouillon als Vertreter der Landesregierung und Redner willkommen zu heißen.
In seiner Neujahrsansprache widmete sich Schwehm zahlreichen aktuellen Themen, die das Land bewegen: er spannte einen Bogen von der demographischen Entwicklung im Saarland, der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den baulichen Zustand von Schulen hin zu neuen Wohnmodellen und Formen, dem nötigen Strukturwandel zur Dienstleistungsindustrie sowie dem Stadt – Land – Gefälle.
„Die Ortszentren müssen gestärkt werden“ plädierte Schwehm eindrücklich. Als Instrumente der Ortskernentwicklung nannte er beispielsweise Nachverdichtung, Aufstockungen, Anbauten, Umnutzungen, Baulückenschließungen. „Zusammengefasst: das Bauen im Bestand. Die Königsdisziplin von uns saarländischen Architekten“ so Schwehm weiter. Er wandte sich an den Bauminister und wiederholte seine Anregung, Wohnungsbauförderung und Städtebauförderung gemeinsam zu denken.
Neue Arten des Wohnens und Arbeitens, Ausbau an Infrastruktur, Mobilitätskonzepten und Digitalisierung waren die weiteren Stichworte. Unweigerlich stellte sich in diesem Kontext die Frage, wann endlich der neue Landesentwicklungsplan vorliegt.
Die Herausforderungen im Land, aber auch gerade im Baubereich sind zahlreich, dies wurde an der Rede Schwehms mehr als deutlich. „Auch die unsägliche Überflutung mit Bauvorschriften und Baugesetzen muss auf ein notwendiges Maß reduziert werden. Wer denkt, dass die ständige Erhöhung der Bauvorschriften die Grundvoraussetzung ist, die Welt idiotensicher zu gestalten, ist auf dem Holzweg. […] Deshalb ist es dringend erforderlich, dass ministerienübergreifend besser zusammengearbeitet wird. Prozesse müssen gesteuert werden.“, so Schwehm weiter. Umso verständlicher ist es, dass er am Ende seiner Rede nochmals die Forderung nach einem eigenständigen Bauministerium stellt, um „den Dialog noch fruchtbarer und konstruktiver zu machen“.
Hieran knüpfte Minister Bouillon nahtlos an: es gibt Nachholbedarf im Land was die technische Ausrüstung angeht, aber erst recht im Personalbereich. Trotz erheblichem Personalmangel arbeitet man auf Hochtouren, „auf die Dauer so auch sicherlich nur schwer machbar“ wagte Minister Bouillon den Ausblick. Vor allem im Hinblick auf die zahlreichen anstehenden Probleme, Aufgabenbereiche und Herausforderungen. Zur Verfahrensbeschleunigung wurden bereits Dinge in die Wege geleitet, wie die Aufhebung des sogenannten Zustimmungserlasses, um erhebliche Bearbeitungszeit zu sparen. Im Hinblick auf den digitalen Bauantrag soll in Kürze die rechtliche Grundlage geschaffen werden.
Im ländlichen Raum sieht der Minister Handlungsbedarf und brachte gute Nachrichten mit: der Landesentwicklungsplan (LEP) befindet sich nunmehr in Abstimmung mit dem Umweltministerium, um einen zusammengeführten Entwurf aus LEP Siedlung und LEP Umwelt vorlegen zu können. Oberstes Ziel ist die Verdichtung der innerörtlichen Gebiete, aber dennoch unter Abkehr vom Baulücken-Prinzip.
Für den sozialen Wohnungsbaus spricht der Minister gar von einer Revolution: der Mietwohnungsbau soll wieder attraktiv werden und gleichzeitig der ländliche Raum gestärkt werden. Hierzu wurden Fördersätze erheblich angehoben und eine Sonderprogramm „Zuhause für junge Familien“ geschaffen, zur Unterstützung von Familien beim Kauf und der Modernisierung von leerstehenden Eigenheimen in Innerortslagen.
Durch den Bau des neuen CISPA/Helmholtz-Zentrums stärke man den Wissenschaftsstandort im Saarland, so der Minister weiter. Weitere Bauinvestitionen im Land und an den Universitätsstandorten Saarbrücken und Homburg leiden unter dem erheblichen Personalmangel. Dennoch spiel das Land als öffentlicher Auftraggeber eine sehr große Rolle, was sich auch an dem Auftragsvolumen für die freien Büros, Ingenieure, Architekten und Facharchitekten zeigt.
An den Reden von Minister Bouillon und Kammerpräsident Schwehm wurde deutlich: es gibt viel zu tun, die Herausforderungen sind vielfältig und nicht einfach zu bewältigen. Dennoch blicken beide voller Tatendrang in die Zukunft und möchten den Wandel im Land gemeinsam gestalten.
Das anschließende Get-together nutzten alle Teilnehmer zum regen Austausch.

Neujahrsansprache zum Download:
Die komplette Neujahrsansprache des Präsidenten ist beigefügt.
Medienkontakt:
Architektenkammer des Saarlandes
Christina Danner
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