PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 12.11.2020
 

Architektenkammer fordert ein eigenständiges saarländisches Bauministerium

Bereits seit der Zeit vor der letzten Landtagswahl fordert die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) eine Bündelung der Bauaufgaben in einer Bauverwaltung. Mit der thematischen Erweiterung des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport wird
zwar seit dieser Legislaturperiode der Bereich „Bauen“ als eigenständiger Bereich in einem Ministerium geführt. Dessen Leistungen erkennt die AKS ausdrücklich an. Das Ministerium kann allerdings durch die Vielzahl an Themenfeldern, für die es
zuständig ist, der Bedeutung des Themas „Bauen“ auf Dauer nicht gerecht werden. 

Insbesondere die Corona-Krise zeigt, dass sich die Aufgabe eines Bauministers nicht „nebenbei“ erledigen lässt. Medienberichten zufolge hat Klaus Bouillon, Minister für Inneres, Bauen und Sport mehrfach öffentlich gesagt, dass es nach der nächsten Landtagswahl einen Bauminister geben muss, der nichts anderes macht als sich um den Baubereich zu kümmern.

Kammerpräsident Alexander Schwehm unterstützt den Minister: „Durch Corona und die damit verbundenen Veränderungen im öffentlichen Raum, Krankenhausbau, Schulbau, Hochschulbau, aber auch im Wohnungsbau kommen auf uns Architektinnen und Architekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplaner eine Vielzahl an Aufgaben zu. Diese umfangreiche Spannbreite kann nur von einer Verwaltung koordiniert und bewältigt werden, die ausschließlich für den Bereich ‚Bauen‘ zuständig ist.“ Hinzu kommen sämtliche Bauprojekte, die es ohnehin zu bewältigen gilt.

Dabei sollten städtebauliche und bauliche Entwicklungen immer miteinander gedacht werden. Der Lockdown im Frühjahr hat gezeigt, wie wichtig öffentlicher Raum für den Menschen ist. So hat zum Beispiel nicht jeder einen Balkon oder Garten. Es gilt nun, gleichzeitig Nähe und Abstand zu schaffen. Durch die Anforderungen von Homeoffice und Homeschooling wird es zudem Anpassungen im Wohnungsbau geben.

Für die baulichen Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf das Saarland zukommen, werden nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem Fachwissen und Weitblick gebraucht. „Optimal wäre, wenn an der Spitze der künftigen saarländischen Bauverwaltung eine fachlich qualifizierte Person wäre. Dies fordert die Architektenkammer für sämtliche Führungskräfte in Bauverwaltungen“, führt Schwehm weiter aus.

Die Architektenkammer empfiehlt: Ziele der Landesregierung sollten trotz allgemein angespannter Haushaltslage und pandemiebedingter Neuverschuldung unabdingbare Investitionen wie der Umbau von Schulen und Krankenhäusern sein.
Aber vor allem sollte das Saarland als attraktiver Lebens- und Arbeitsraum erhalten und weiterentwickelt werden.

Das Saarländische Ministerium für Inneres, Bauen und Sport ist neben dem Bauen unter anderem für die Bereiche Bürger und Staat, Bevölkerungsschutz, Datenschutz und Informationsfreiheit, Fortbildung, Kommunales, Bekämpfung von
Korruptionsfällen, Polizei, Sport und Verfassungsschutz zuständig (Quelle: www.saarland.de).