Tag der Architektur 2022
„Architektur baut Zukunft“ 
Am letzten Juni-Wochenende gab es für Architekturinteressierte im Saarland viel zu entdecken.
 
Unter dem bundesweiten Motto „Architektur baut Zukunft“ fand am letzten Juni-Wochenende der Tag der Architektur statt. In diesem Jahr gab es im Saarland insgesamt 13 Objekte zu entdecken. Dabei fand ein reger Austausch zwischen den Besucherinnen und Besuchern, Planenden sowie Bauherren statt.  
 
Mit jeweils vier Projekten gab es in Homburg und im Raum Saarbrücken die meisten Objekte zu besichtigen. Darunter das neu gestaltete Umfeld der Versöhnungskirche Völklingen, ein KfW 40+ Wohnhaus, ein Studierendenwohnheim, eine Werkfeuerwehr, ein Hörsaalgebäude, ein aufgestocktes Bürogebäude, den Coworking Space in der Halle 4 sowie den neuen Scheer Tower auf dem Universitätsgelände. 
 
Ansonsten waren auch noch das Verwaltungsgebäude der Terrag GmbH in Neunkirchen, der neue Firmensitz des Familienunternehmens Heim+Feit in Saarlouis, das historische und sanierte Landratsamt in St. Wendel, die KiTa St. Katharina in Wallerfangen sowie das Fördermaschinenhaus 2 in Quierschied-Göttelborn zu besichtigen. Gerade letzteres Projekt verzeichnete – sicherlich aufgrund seiner Einzigartigkeit – einen großen Besucheransturm. In dem ehemaligen Fördermaschinenhaus entstand im Erdgeschoss eine Ergotherapie-Praxis und im Obergeschoss Wohnraum in Form von gestapelten Seefrachtcontainern. Durch die vielen Stahlelemente und die erhaltenen Fördermaschinen strahlt das Objekt einen besonderen Industriecharakter aus und ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie alte Gebäude einer neuen sinnstiftenden Nutzung zugeführt werden können. 
 
Wie auch bei diesem Projekt handelte es sich bei rund der Hälfte der Bauten um Projekte aus dem Bereich Bauen im Bestand. „Gerade auf diesen Bereich müssen wir Architekten uns zukünftig fokussieren, denn gerade hier sparen wir wertvolle Ressourcen ein“, plädiert Kammerpräsident Alexander Schwehm. 
 
Aber auch die teilnehmenden Neubauten gingen im Punkt Nachhaltigkeit mit gutem Beispiel voran. Wack + Marx Architekten legten beispielsweise beim Neubau einer Werkfeuerwehr großen Wert auf die Nutzung nachhaltig erzeugter und nachwachsender Rohstoffe. Der ein oder andere Besucher mag darüber geschmunzelt haben, dass ausgerechnet eine Feuerwehr aus dem vermeintlich brennbaren Baustoff Holz errichtet wurde. Aber gerade ein solcher Bau helfe dabei, landläufige Vorurteile gegenüber dem Material Holz abzubauen, so der Architekt Ingo Marx.
 
Auch Energieeffizienz war ein wichtiges Thema beim diesjährigen Tag der Architektur. Hier ist beispielhaft das KfW 40+ Reihenmittelhaus am Franzenbrunnen von SCHNEEWEIß Architekten zu nennen. Circa 160 Besucher ließen sich durch das Wohnhaus der Familie Johann führen. Das große Interesse zeigt auch, dass Energieeffizienz und die entsprechende Förderung auch weiterhin Themen sind, die die Bauherren umtreiben.
 
Alle Projekte, die in diesem Jahr am Tag der Architektur teilgenommen haben, finden Sie auch unter: https://tagderarchitektur.saarland/
 
Text: Maria Balzert
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