Eine sehr beliebte Veranstaltung ist das traditionelle Baufrühstück, das die AKS seit 9 Jahren, während der Internationalen Saarmesse, gemeinsam mit der Saarmesse GmbH durchführt. Ca. 200 Gäste – insbesondere Kammermitglieder – sind am 19. April in der Messehalle 4 erschienen. Das Baufrühstück - dieses Mal unter dem Motto „Energieeffiziente Architektur“ - gab den Zuhörern viele Anregungen und Impulse mit auf den Weg.
Kammerpräsident Prof. Heiko Lukas dankte Herrn Ulrich Nierhoff, dem neuen Geschäftsführer der Saarmesse GmbH, dass die Veranstaltung auch von der neuen Messeleitung unterstützt worden sei. Er plädierte für eine Energiewende mit Augenmaß. Eine finanzielle Unterstützung - mit steuerlichen Anreizen und einer Aufstockung der KfW-Programme - sei unerlässlich. Denn: Die Wende müsse für Kommunen wie auch Privatleute machbar und bezahlbar sein. Immer sei dabei die Verknüpfung zur Baukultur wichtig; integrative Konzepte seien erforderlich. Und einen Aspekt betonte Lukas besonders: „Die Wende ist nur zusammen mit Architekten und Stadtplanern zu schaffen.“
Markus Allgayer von der Saarländischen Investitions- und Kreditbank (SIKB) bekräftigte ebenfalls, dass die Energiewende – als großes Thema des Bundes - finanzierbar sein müsse. Der Bund bzw. die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) stellten dazu Fördermittel bereit. Ansprechpartner im Saarland sei die SIKB - als Außenstelle der KfW. Allgayer unterstrich, dass die KfW-Programme untereinander kombinierbar seien und zwischen Neubau und Bestand unterschieden werde. Auch Einzelmaßnahmen wie z.B. Fenster und Dach, aber auch Beratungsund Planungskosten seien förderfähig. Meist erfolge die Förderung mittels zinsgünstiger Kredite, es gebe aber auch reine Zuschüsse bei der KfW.
Highlight der Veranstaltung war der Werkbericht von Tom Kaden von Kaden Klingbeil Architekten, Berlin. Das Büro beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem Thema Holzbau. Für Furore sorgte das erste 7-geschossige Wohngebäude mit einer Holzkonstruktion, das Kaden Klingbeil Architekten im Jahr 2006 in Berlin realisierten, obwohl dies – auch nach der aktuellen Bauordnung - nicht genehmigungsfähig ist. Zwei erstmals erteilte Befreiungen (im Einzelfall) machten es möglich.
Welche Probleme beim mehrgeschossigen Bauen mit Holz gelöst werden müssen, und wie die Holzbauweise im Laufe der Jahre optimiert wurde, schilderte Kaden anhand verschiedener Bauvorhaben, die schwerpunktmäßig in Berlin umgesetzt wurden. Mit im Boot sei immer der Brandschutzgutachter, und auch die Kommunikation mit der Feuerwehr beginne sehr früh.
Häufig haben Kaden Klingbeil Baulücken im Bereich hoch verdichteter Stadtgebiete beplant. Offene Treppenkonstruktionen werden dabei nicht nur aus städtebaulichen Gründen vorgesehen, sie bieten auch Gemeinschaftsflächen für die Kommunikation. Holz und Beton werden meist sichtbar gelassen bzw. offen gezeigt.
Weitere Kennzeichen: Kaden Klingbeil planen häufig für Baugruppen und inzwischen (erfreulicherweise) auch für Investoren. Der Vorfertigungsgrad sei hoch, unterstrich Kaden, bei dem Projekt „b-26“ sei eine 22 m lange Wand komplett vorgefertigt worden – mit Fenstern und Dämmung. Auch für die IBA 2013 in Hamburg bauen Kaden Klingbeil zwei Gebäude. Das ursprünglich von einer Baugruppe beauftragte Projekt wurde inzwischen von einem Investor übernommen.
Als ein sehr wichtiges Projekt bezeichnete Kaden das „e-28“ in Flensburg. Hier soll erstmals ein Hochhaus entstehen, das höher als der bisher höchste Holzbau in London ist. Das einseitig offene Treppenhaus soll als „Energieturm“ mit Photovoltaik-Elementen ausgebildet werden. Die Bundesumweltstiftung fördert das Projekt, der Baubeginn ist für 2015 geplant.
Der Vortrag von Tom Kaden machte Mut, neue Wege zu gehen, auch wenn dabei so manche Hürde zu nehmen ist. Der Erfolg gibt dem Büro recht.
Weitere Infos:
www.kaden-klingbeil.de
www.sikb.de/modernisieren


