PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 13.08.2026
Erhalt des Pingusson-Baus: Architektenkammer des Saarlandes sieht große Chance für das Land
Angesichts der jüngsten Überlegungen zu einem Teilabriss der ehemaligen französischen Botschaft in Saarbrücken, dem sogenannten Pingusson-Bau, spricht sich die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) nachdrücklich für den Erhalt des gesamten Gebäudeensembles aus.
Für die AKS ist das Bauwerk weit mehr als ein denkmalgeschütztes Gebäude. Es steht als einzigartiges Symbol für die deutsch-französische Verständigung und verkörpert den europäischen Gedanken in besonderer Weise.
„Gerade in Zeiten, in denen der Nationalismus wieder erstarkt, ist ein sichtbares Zeichen für grenzüberschreitende Freundschaft und europäische Zusammenarbeit von enormer Bedeutung“, erklärt Kammerpräsident Jens Stahnke. „Ich sehe im Pingusson-Bau eine große Chance für das Saarland. Mit seiner Geschichte und Architektur könnte er für unser Bundesland ein echtes Alleinstellungsmerkmal sein.“
Nach Auffassung der Architektenkammer sollte sich die historische Bedeutung des vom französischen Architekten Georges-Henri Pingusson entworfenen Gebäudes auch in seiner zukünftigen Nutzung widerspiegeln. „Im besten Fall wird der Pingusson-Bau zu einem offenen Ort der deutsch-französischen Zusammenarbeit und Begegnung“, so Stahnke. „Damit könnte seine historische Rolle ins Jetzt übertragen und gleichzeitig seine gesellschaftliche Akzeptanz sowie seine Strahlkraft weit über die Region hinaus gestärkt werden.“
Voraussetzung dafür sei jedoch der Erhalt des gesamten Ensembles. Eine Beschränkung auf den repräsentativen Gebäudeteil würde dem Anspruch eines lebendigen deutsch-französischen Begegnungs- und Arbeitsortes nicht gerecht. Zudem wäre dieser Bereich für eine entsprechende Nutzung allein zu klein.
Der angrenzende Bürotrakt bietet nach Ansicht der AKS die für die angedachte Nutzung erforderlichen Büroflächen. Gleichzeitig sorgt die markante Hochhausscheibe für Sichtbarkeit und Wiedererkennung. Gerade darin liegt für die Kammer die besondere Stärke des Ensembles: Der Pingusson-Bau kann als architektonische Landmarke in der deutsch-französischen Grenzregion sichtbar machen, wofür das Saarland seit Jahrzehnten steht – Verständigung, Zusammenarbeit und ein gelebtes Europa.
Pressekontakt:
Stv. AKS-Geschäftsführerin Kim Ahrend,
T. 0681 – 954410, info@aksaarland.de
Foto:
Ehemalige Französische Botschaft in Saarbrücken, 1954 fertiggestellt; Architekt: Georges-Henri Pingusson;
Fotograf: Marco Kany
