PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 05.02.2026
Finanzamt Saarbrücken: Architektenkammer des Saarlandes begrüßt Ergebnis, kritisiert jedoch das Vergabeverfahren
Die erneute Konzeptvergabe für die Nachnutzung des alten Finanzamtes in Saarbrücken wurde entschieden: Den Zuschlag bekam Peter Gross Bau, gemeinsam mit der Creva GmbH, Wandel Lorch Götze Wach Architekten und dem Landschaftsarchitekturbüro HDK Dutt & Kist. Im Gegensatz zu der gescheiterten Konzeptvergabe im vergangenen Jahr, bei der kein Angebot abgegeben wurde, basiert der Entwurf des Projekt-Teams auf Erhalt und denkmalgerechter Sanierung des Finanzamt-Gebäudes.
Die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) hatte wiederholt einen interdisziplinären Ideenwettbewerb gefordert, an den sich eine Konzeptvergabe anschließt, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. „Wir heißen die Art der Vergabe nicht gut“, betont Jens Stahnke, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes. „Aber wir akzeptieren das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Investor, Architekturbüro und Landschaftsarchitekten. Der Entwurf scheint qualitätvoll und zielführend zu sein.“
Die AKS spricht sich dafür aus, dass Konzeptvergaben ohne vorgeschalteten Wettbewerb nicht zum Standardverfahren bei der Projektentwicklung werden. Stahnke: „Eine Konzeptvergabe mit dem Schwerpunkt der Investoren-Suche kann nicht die Kreativität und Freiheit entfalten, die ein Ideenwettbewerb möglich machen würde. Im Falle des alten Finanzamtes zeigte die erste gescheiterte Konzeptvergabe, dass Konzeptvergaben nicht das optimale Verfahrensinstrument sind und sich mit ihnen auch keine Zeit gewinnen lässt“, erläutert der AKS-Präsident. Die zweite Konzeptvergabe brachte ein Ergebnis, dass zwar sowohl für die Stadt als auch das Land ganz ohne Abriss und Neubau eine Bereicherung werden kann. Es hätte aber auch anders kommen können: „Ein geeigneter Investor und sein interdisziplinäres Team waren zur Stelle. Dieser Ausgang des Verfahrens kann sich als glückliche Fügung herausstellen, aber auf sein Glück kann man sich nicht immer verlassen“, fasst Jens Stahnke zusammen.
Die Architektenkammer des Saarlandes wünscht den Projektbeteiligten eine erfolgreiche Umsetzung und ist zuversichtlich, dass der neue Stadtbaustein schlussendlich die Entwicklung der Landeshauptstadt voranbringt.
Pressekontakt:
Stv. AKS-Geschäftsführerin Kim Ahrend,
T. 0681 – 954410, info@aksaarland.de
