Die Architektenkammer des Saarlandes moniert, dass die Politik bis heute keine eindeutige Position zum Erhalt des Pingusson-Baus (Ehemaliges Kultusministerium) bezogen hat. Zahlreiche Initiativen zur Zukunft des denkmalgeschützten Baus wurden zwar seitens der Politik, insbesondere durch die Minister Commerçon und Toscani unterstützt. Klare Aussagen stehen dennoch aus. Und dies, obwohl bereits mehrere Gutachten beauftragt wurden und eine realistische Kostenschätzung inzwischen möglich sein müsste.
„Besonders bedauerlich ist die fehlende Entscheidung der Landesregierung vor dem Hintergrund, dass die saarländische Handwerkskammer (HWK), die eine 40-Mio-Euro-Investition tätigen will, nun Verzögerungen des Planungsbeginns hinnehmen muss“, unterstreicht Prof. Heiko Lukas, Präsident der AKS. Es steht bis heute nicht fest, ob der Neubau der HWK in unmittelbarer Nähe zum Pingusson-Bau errichtet werden kann – zusätzliche Flächen des Landes wären dazu erforderlich, die derzeit zum Areal des ehemaligen Kultusministeriums gehören. Die HWK ist nun gezwungen, nach Standort-Alternativen für ihre neue Bildungsstätte zu suchen, obwohl eine klare Präferenz für den Standort gegenüber dem jetzigen Verwaltungsgebäude besteht. Um keine Fördermittel zu verlieren, musste die HWK bereits Aufschub für die zugesagten Fördermittel beantragen.
Eine Einbindung des ehemaligen Kultusministeriums in die Bauabsichten der Handwerkskammer sieht die AKS u. a. als große Chance für eine zukunftsfähige Quartierslösung. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb wird hierbei als das geeignetste Mittel gesehen, um eine Vielzahl von Ideen für eine Einbeziehung und Nutzung des Pingusson-Baus zu erhalten und eine fundierte Diskussion zu ermöglichen. Die AKS erkennt hier ein großes Potenzial für die urbane Innenentwicklung.
Das Saarland – auch und gerade vor dem Hintergrund seiner knappen Haushaltsmittel – sollte bemüht sein, Investitionen zu fördern. Alle Bemühungen sollten darauf ausgerichtet sein, das Investitionsklima zu verbessern und eine positive Wirtschaftsstimmung zu erzeugen, um die Eigenständigkeit des Saarlandes zu bewahren.
