In anspruchsvollem Ambiente feierte die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) am 11. Juli ihr Sommerfest – Gastgeber war dieses Mal die Firma Hager in Blieskastel. Ca. 120 Gäste, insbesondere Kammermitglieder, aber auch Vertreter der benachbarten Architektenkammern Rheinland-Pfalz und Lothringen waren anwesend. In ungezwungener Atmosphäre wurden (bau-)kulturelle, kulinarische und musikalische Genüsse geboten.
Ein Highlight war die Führung durch das 2013 fertiggestellte Hager-Office-Gebäude von Schneider+Schumacher aus Frankfurt/Main.
Das außergewöhnliche Gebäude ist darauf ausgelegt, 70 % seines durchschnittlichen Strom-, Heizungs- und Klimabedarfs durch Solarzellen, ein Gasblockheizkraftwerk und – zu einem späteren Zeitpunkt – eine Windkraftanlage selbst zu decken. Eine ausgefeilte Gebäudesteuerung sorgt für die Optimierung der Stromgewinnung aus den erneuerbaren Energiequellen Sonne, Kraft-Wärme-Kopplung und Wind einerseits, und für die Reduktion des Stromverbrauchs andererseits.
AKS-Präsident Prof. Heiko Lukas dankte der Firma Hager ganz herzlich für die Einladung, das AKS-Sommerfest an diesem besonderen Ort zu feiern. „Vielen Dank auch für die generöse Unterstützung der Stiftung Baukultur Saar“, fügte er hinzu. Die Verknüpfung von Baukultur und Unternehmenskultur sei - ebenso wie die Kreativität und Innovationsdichte - sehr wichtig für den Standort Saarland.
Bei der kurzen Vorstellung der Hager Group, die seit Januar 2014 die Marken Hager, Berker und Elcom vereint, stellte Peter Frevel (Leiter Geschäftsfeldentwicklung) das Angebot und die Firmenphilosophie der Hager Gruppe vor, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat und seit 2012 Mitglied der DGNB ist. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Sitz in Blieskastel besteht bereits seit mehr als 50 Jahren und beschäftigt weltweit 11.400 Mitarbeiter. Gastredner Jörg Bakschas, Inhaber von „Headroom Consult“, beschrieb in seinem kurzweiligen Vortrag über die „Entgrenzung der Arbeit“ heutige und zukünftige Arbeitswelten, die zunehmend von festen Orten und Arbeitsplätzen entkoppelt seien. Die heutige Auslastung eines Bürogebäudes liege, wenn ein Durchschnittswert von 220 Arbeitstagen und 8 Arbeitsstunden je Mitarbeiter angenommen werde, schnell bei lediglich 8 %.
Die junge Generation habe andere Ansprüche. Sie suche eine bedeutungsvolle und eigenverantwortliche Arbeit und zeige eine große Bereitschaft, den Arbeitsplatz zu wechseln. Sie vernetze sich zunehmend, führte Bakschas aus. “Wir rufen noch an, die Millenniums „reden“ mit einer ganzen Gruppe!“ Künftig werde es verschiedene Arbeitsplatztypen geben, es werde vermehrt „Desk- und Room-
Sharing“ geben, und die Arbeitsaufgabe werde den Arbeitsort bestimmen. Offene Gebäudestrukturen mit verschiedenen Zonen, mit Großraumbüros, aber auch mit Möglichkeiten des Rückzugs und der Kommunikation seien hierfür geeignet.
Ein sommerliches Büffet und die abwechslungsreiche Musik einer Jazz-Combo der Hochschule für Musik Saar sowie der „rockenden“ Diamond Dogs mit Kammermitglied Prof. Stefan Ochs rundeten die anregende und gesellige Veranstaltung ab.
Text: Cornelia Noll, Fotos: Rachel Mrosek
